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Adelaide

Etwas unscheinbar liegt die Adelaide am südlichen Zipfel auf der Landkarte Australiens. Grobe Lokalisierung: Irgendwo zwischen Melbourne und Perth. Unterm Outback. Oder doch noch mittendrin.

Zugegeben: Verglichen mit den beiden Riesen des australischen Kontinents Sydney und Melbourne wirkt die Hauptstadt Südaustraliens auf den ersten Blick durchaus etwas klein und verloren. Dennoch wohnen rund 1,1 Millionen Menschen in Adelaide.

Und die Stadt hat durchaus einiges zu bieten, was auch vor allem für Studenten interessant sein dürfte, die arbeiten und dennoch ihr Leben von seiner sonnigen Seite in vollen Zügen genießen wollen. Unterstützt wird die Sonnenseite durch das vorherrschende mediterrane Klima der Stadt.

Freut euch auf heiße trockene Sommer. Je nach Windrichtung gibt die Brise, direkt aus der Antarktis kommend, eine leichte Kühlung. Kommt der Wind aus dem australischen Outback, ist es einfach nur heiß in der Stadt. Durchschnittlich kann Adelaide mit Höchsttemperaturen von rund 29,6°C aufwarten. Benannt wurde die Hauptstadt des Bundesstaates South Australia nach der britischen Königin Adelaide (1792 -1849), Ehefrau von König William IV.

Im Gegensatz zu Städten wie Sydney geht Adelaide nicht aus einer Sträflingskolonie hervor. Bekannt ist die Stadt für ihre zahlreichen Kirchen, was ihr den Beinamen “city of churches“ (Stadt der Kirchen) verschafft hat. Dennoch gibt neben der Vielzahl religiöser Bauten auch eine andere Seite der Stadt Adelaide. Umgeben von Meer, Bergen und weitläufigen Parklandschaften kombiniert Adelaide cosmopolitischen Charme mit der Natur.

Das Outback ist auch nicht mehr weit. Sowohl die Strände am St. Vicent Golf als auch die Adelaide Hills sind einfach mit dem Nahverkehr von der City aus zu erreichen. Wer es aktiver mag, schwingt sich auf Rad. Die Wege Richtung Strand sind sehr eben und daher entspannt zu bewältigen, während der Weg in der Berge jeden Fahrer zum Schnaufen bringt.

Die Orientierung in der Innenstadt ist recht einfach. In einem Geniestreich konstruierte der Stadtplaner William Light im Jahre 1836 die Adelaide City als großzügiges Rechteck: Breite rechtwinklige Straßen kreuzen sich und die Parkflächen der Stadt wurden symmetrisch eingepasst. I

m Norden der City am Torrens River befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten Adelaides: Der botanische Garten, der täglich bis Sonnenuntergang geöffnet hat, die Art Gallery, das Old Parliament House, Migration Museum, das Ayers House, der Zoo oder auch das begehrte Festival Centre. Das South Australian Museum, neben der Art Galley liegend, ist unverfehlbar: In der Glasfront der Museums hängt ein enormes Walskelett. Schwerpunkt ist eine der umfangreichsten Sammlungen über die Kultur und Kunst der Aboriginies. Inmitten dieser Gesellschaft befindet sich der Campus von Adelaide. Entlang der King Williams Street, an welcher sich links und rechts die Namen breiten geraden Straßen ändern, liegen der Victoria Square und die Town Hall. Auf den weitläufigen Grünflächen der Stadt, die im Sommer meist ein trockenes Gelb ziert, treffen sich ebenfalls die jungen Leute Adelaides zum Rugbyspielen, zum Picknicken oder einfach zum Plausch mit Freunden. Betrieb herrscht immer in den Gärten der Stadt, besonders um die Mittagszeit und zum Abend. Viele Einwohner verbringen ihre Mittagspausen an der frischen Luft zusammen. Anlaufpunkte für beschwingte Abende und Nächte bietet unter anderem die Rundle Street im Zentrum Adelaides, tagsüber Haupteinkaufsstraße, verwandelt sie sich abends in einen Startpunkt für Nachtschwärmer.

Neben diversen Bar befinden sich auch angesagte Clubs der Stadt in diesem Umfeld. Egal ob Pub, Bar, Restaurants, Konzerte, eine durchtanzte Nacht oder vielleicht doch alles zusammmen, Adelaide bietet für jeden Geschmack und Anlass etwas. Ansonsten gilt besonders für die Kleinstadt Adelaide, die verglichen mit den Riesen Sydney oder Melbourne relativ klein ist: Geht auf Entdeckungstour. Findet eure eigenen persönlichen Geheimtipps. Geht steigt in Seitengassen ab. Oder geht auf Einheimische zu. Traut euch, wer weiss, vielleicht geht der Abend gemeinsam weiter. Vielleicht der Beginn einer tollen Freundschaft? Wer weiss, lasst euch überraschen und startet ins Abenteuer. Die Vorstadt Glenelg zieht mit ihrer Lebhaftigkeit und den weitläufigen weißen Sandstränden des jüngere Publikum an.

Die Küste Adelaides ist gesäumt von kilometerlangen weißen Sandstränden. Egal, ob ihr begeisterte Surfer seid, schnorcheln, schwimmen oder einfach am paradiesischen Sandstrand von den Vorlesungen entspannen wollt, ihr werdet fündig. Zum Abend könnt ihr unter anderem in einer der zahlreichen Bars abrunden. Packt eure Badesachen zusammen und ab geht’s. Adelaide hat eine eigene Tramlinie, die nach Glenelg an den Strand fährt. Wer der Stadt vollständig entfliehen möchte und “Wildlife“ in seiner vollen Breite erleben möchte, der packt seine sieben Sachen und fährt in den Süden nach Kangoo Island. Entweder setzt ihr morgens als Tagesausflug auf die Insel über oder ihr bleibt länger, zum Beispiel übers Wochenende, was durchaus zu empfehlen ist.

Es erwarten euch nicht nur wunderschöne Strände und türkisfarbenes Wasser, in den sich Delfine tummeln. Koalas, Kängurus und Co. warten mit ihrer Anwesenheit auf. Manchmal müsst ihr nicht einmal genau hinschauen, um auf eines der Inseltiere einen Blick zu erhaschen. Nicht nur Natur bietet die Insel, sondern unter anderem auch tolle Surf- und Tauchreviere. Neben dem Strandleben ist Adelaide auch für seine zahlreichen Festival und Kulturveranstaltungen bekannt, was der Stadt den Beinahmen “Festival City“ verschaffte.

Eines davon ist das “Fringe Festival“, welche als zweitgrößtes Kunstfestival der Welt zu den bedeutendsten der Szene gehört, das in der Regel um die Monate Februar oder März herum stattfindet. Schauplatz ist unter anderem das Festival Centre am Torrens River. Sowohl die Adelaide Hills als auch Barossa Valley sind beliebte Ziele für Tagesausflüge. Weingüter, die Weine herstellen, die zu den besten der Welt gehören liegen in dieser Region. Die meisten Besitzer bieten Weinproben für Gäste an. Schon einmal in den Bergen, wird der deutsche Einfluss dieser Region spürbar.

Der Ort Hahndorf vermarktet diesen Einfluss seit Jahren touristisch und wartet unter anderem zahlreichen Bäckereien auf, die zumindest eines gemeinsam haben: Den Bienenstich. Neben der atemberaubenden Landschaft, bieten die Adelaide Hills einen tollen Ausblick über die City bis ans Meer. Fotos, die Daheimgebliebene neidisch machen, sind garantiert. Daneben bieten Wildlife Parks Ausflugsziele mit einheimischen Tieren. Aber Vorsicht, wenn ihr in den Hills unterwegs seid: Auch auf den Straßen können euch Kängurus begegnen, was nicht unwahrscheinlich ist. Daher beim Autofahren nicht nur auf den Linksverkehr konzentrieren.

Auch ein Trip ins Outback lässt sich von der Hauptstadt Südaustraliens entspannt starten. Die Flinders Ranges liegen nur wenige Fahrstunden von Adelaide entfernt. Die Besuchermagneten, wie der Ayers Rock, in der Sprache der Aboriginals “Uluru“ genannt, und Alice Springs im Zentrum des Outbacks sind verhältnismäßig schnell erreicht. Touren per Reisebus, ebenso wie Flüge können organisiert werden. Oder man wählt “The Ghan“. Dieser Zug bildet die Nord-Süd-Verbindung zwischen den Städten Adelaide und Darwin. Eine Haltestelle auf der langen, sehr langen Fahrt liegt unter anderem in “The Alice“. Bei der Reiseplanung ist aber zu beachten, dass der Ghan nicht täglich fährt. Ebenso ist Adelaide ein idealer Ausgangspunkt für sämtliche Abenteuer entlang der Ocean Road oder in die Grampians in Richtung Victoria.

Highlight der Strecke entlang des Indischen Ozeans sind, abgesehen von den großartigen Surfrevieren natürlich, die “Twelve Apostels“, eine zackige Klippenformation am Port Campell National Park. Wind, Wetter und die Wogen des Meeres haben im Laufe der Zeit aus der Kalksteinküste diese spektakulären Phänomene herausgenagt. Mittlerweile sind ein paar Apostel abtrünnig geworden und im Jahre 2004 stürzte auch der vordere Fels ein. Heute existieren noch neun den Felssäulen. Begehrt ist auch ein Blick in die nahegelegende “Loch Ard Gorge“. Die Schlucht mit Sandstrand ist über Treppen zu erreichen. Benannt wurde die Schlucht nach einem der vielen vor der Küste verunglückten Schiffe benannt, der “Ard Loch“. Der Dreimaster ging im Jahre 1878 unter. Das Unglück überlebten nur eine Frau und ein Mann, die sich an die Loch Ard Gorge retten konnten. Die Küste erhielt aufgrund der zahlreichen Schiffsunglücke den Namen “Shipwreck Coast“. Aber ungeachtet dessen bietet die Küste eine fantastische Aussicht. Nicht umsonst gilt die “Great Ocean Road“ als schönste Straße der Welt.

Nördlich der “Great Ocean Road“ liegen die Grampians, eine Gebirgskette am Rande der Great Diving Ranges und dem gleichnamigen Nationalpark. Die über 1100 Meter hohen Berge sind vulkanischen Ursprungs, wodurch die schroffen Felsformen der Berge entstanden und der fruchtbare Boden: In geschützten Tälern konnten sich daher zahlreiche seltene Pflanzenarten entwickeln. Hier sind auch viele Vogelarten heimisch geworden, denn die Vielfalt des Nahrungsangebotes ist verlockend. Auch Kängurus kann man bei einem Ausflug immer wieder begegnen. In den Höhlen und Felsvorsprüngen den Grampians sind zahlreiche Felsmalereien der Aboriginals erhalten. Allerdings sind nur wenige dieser Malereien für Besucher zugänglich. Die Ranger des Nationalparks geben Hinweise, welche Felsmalereien zu besichtigen sind. Ebenso wie zu den “Balconies“: Die terrassenförmigen Felsscheiben bieten tolle Ausblicke über das Gebiet.